Unternehmensplanung – wieso sie notwendig ist.

Warum soll ich eine Unternehmensplanung erstellen?

Wozu soll eine Unternehmensplanung aufgestellt werden?
Mit Hilfe einer Unternehmensplanung soll die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung und deren finanzielle Auswirkungen abgebildet werden.

Insbesondere stellt sich dabei die Frage, ob das Unternehmen für die nächsten 12 Monate durchfinanziert ist? D. h. steht für betriebliche Anforderungen ausreichend Liquidität zur Verfügung auch um z. B. einen größeren Auftrag vorzufinanzieren, längere Zahlungsziele zu überbrücken oder die durch Kurzarbeit eintretenden Umsatzrückgänge aufzuzeigen. Evtl. auftretende Liquiditätsengpässe können somit frühzeitiger erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Gesetzliche Notwendigkeiten zur Erstellung einer Unternehmensplanung ergeben sich für prüfungspflichtige Kapitalgesellschaften aus § 91 AktG und indirekt aus § 43 GmbHG. Für KMU-Unternehmen bestanden bisher keine „direkten“ gesetzlichen Regelungen. Seit 01. Januar 2021 gilt jedoch das Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (StaRUG). Damit werden Kapitalgesellschaften, unabhängig von der Unternehmensgröße dazu verpflichtet, die Entwicklung ihres Unternehmens laufend zu überwachen (§1 Abs. 1). Hierzu ist auch ein Controllingsystem einzusetzen. Außerdem ergibt sich aus der BGH-Rechtsprechung, dass sich Geschäftsleiter kontinuierlich mit der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Unternehmen befassen müssen.

Auch für die in Corona-Zeiten in Anspruch genommenen Stundungen und ggf. Zuschüsse gilt, dass die betroffenen Unternehmen durch das CovInsAG nachweisen müssen, dass durch diese Maßnahmen eine eventuelle Insolvenzantragspflicht beseitigt wird.

Außerdem erwarten Banken zunehmend jährliche Planungsrechnungen und unterjährig die Erstellung von Soll-Ist-Vergleichen.

Integrierte Unternehmensplanung

Als Planungsstandard hat sich mittlerweile die integrierte Unternehmensplanung etabliert, deren wesentliche Merkmale nachfolgend erläutert werden.

Bei einer integrierten Unternehmensplanung sind die Teilpläne aufeinander abgestimmt und es ist sichergestellt, dass die Ergebnisse aus Absatz- und Umsatz-, Aufwands- und Ergebnisplanung mit den einzelnen Posten der Planbilanz und Liquiditätsplanung übereinstimmen. Eine integrierte Unternehmensplanung besteht aus:
• Ertragsplanung
• Bilanzplanung
• Liquiditätsplanung
• Plankennzahlen

Grundlage einer Unternehmensplanung bildet die angestrebte strategische Unternehmensentwicklung, definiert in der Strategieplanung für kurz- mittel- und langfristige Unternehmensziele.

Bevor mit den operativen Planungsarbeiten begonnen werden kann, ist eine umfassende Bestandsaufnahme von relevanten Unterlagen und Informationen erforderlich.

Ertragsplanung:
• Kostenplanung von Produktion und Wertschöpfung
• Umsatzplanung und Bestandsveränderungen
• Gemeinkostenplanung auf Konten- bzw. Kostenartenebene
• Ertragssteuerplanung

Bilanzplanung:
Wesentliche Positionen der Planbilanz entstehen durch die Ertragsplanung mit Laufzeiten für Forderungen und Verbindlichkeiten. Weitere Elemente bestehen aus:
• Investitionsplanung
• Lagerplanung
• Finanzierungsplanung im Mittel- und Langfristbereich mit Aufnahme und Tilgung von Darlehen
• Planung sonstiger Vermögensgegenstände und sonstiger Verbindlichkeiten
• Planung der Rückstellungen, insbesondere für Ertragsteuern unter Berücksichtigung von Vorauszahlungen
• Als Resultierende entsteht die Barliquidität

Die Verwendung der Jahresüberschüsse, bzw. Fehlbeträge wird rechtsformabhängig z. B. als Zuführung zum Eigenkapital abgebildet, um im nächsten Schritt die Voraussetzung für Ausschüttungen zu bilden.

Liquiditätsplanung:
Nachfolgend erfolgt die Beschreibung der Liquiditätsplanung nach der indirekten Methode, der Kapitalflussrechnung. Hierbei wird jede Veränderung der Bilanzkonten dargestellt. Sie gliedert sich wie folgt:

• Cash-Flow aus dem Ergebnis
• Cash-Flow aus Working Capital
• Cash-Flow aus Finanzierung und Investition
• Cash-Flow aus der Gesellschaftersphäre (Ergebnisverwendung, Einlagen, etc.)

Diese Methode erscheint zunächst komplizierter, ermöglicht jedoch eine Analyse und einen Überblick über den Verbrauch und die Freisetzung von Liquidität in der genannten Struktur. In Summe zeigt sie die Entwicklung der Barliquidität auf und ob ausreichend liquide Reserven im Unternehmen verfügbar sind.

Kennzahlenpaket:
Kennzahlen sind ein Instrument zur Kurzfassung von Unternehmensinformationen und Plausibilisierung einer Planungsrechnung. Ein qualifiziertes Planungspaket wird deshalb durch ein umfassendes und aussagefähiges Kennzahlensystem ergänzt.

Wichtige Voraussetzung zur Beantragung von Bankfinanzierungen

Kapitaldienstfähigkeit:
Neben der Darstellung der Ertragskraft ist der Nachweis der zukünftigen Kapitaldienstfähigkeit insbesondere für Kreditanträge ein wesentliches Entscheidungskriterium für Finanzierer und deshalb Bestandteil eines qualifizierten Planungspakets.

In herausfordernden Situationen ist die Abbildung von Planungsszenarien ratsam

Abbildung von Planungsszenarien:
Um die finanziellen Auswirkungen geänderter Planungsprämissen (z. B. Veränderungen in Kostenfaktoren) rechtzeitig zu erkennen, sind Planungsszenarien abzubilden.

Zusammenfassung:
Der dargestellte Ablauf mag ggf. für manchen KMU-Unternehmer aufwändig erscheinen. Durch den Einsatz geeigneter Software lässt sich der Aufwand jedoch eingrenzen. Es entsteht gerade durch eine integrierte Unternehmensplanung ein hohes Maß an Transparenz, das durch eine einfache Ertragsplanung nicht abzubilden ist.